Das erste Mal...

Ein vielleicht etwas anderes erstes Mal, als du vielleicht bei dieser Überschrift erwartest, für mich aber dennoch ähnlich aufregend und mit dem ein oder anderen Zweifel verbunden...


...Oskar hat das erste Mal Zucker gegessen in Form von "normalen" Schokomuffins.

Ja, du hast richtig gehört, er ist nun 2 Jahre alt und hatte zuvor noch nie etwas gegessen, was mit Haushaltszucker gesüßt war. Ich habe es tatsächlich geschafft, ihm immer süße Alternativen anzubieten. Ich muss sagen, es war nicht immer leicht. Den ein oder anderen schrägen und auch bösen Blick habe ich schon mal kassiert, aber das war mir egal. Denn ich bin schließlich seine Mama und nicht irgend jemand sonst. Ich habe es bisher eben immer so gemacht, dass ich mich gut vorbereitet habe und ihm immer Alternativen bieten konnte. Denn auch Datteln, Kokosblütenzucker usw. enthalten ja Zucker, nur eben nicht den üblichen Haushaltszucker. Zumal ich sowieso der Meinung bin, dass wir alle schon genug Zucker konsumieren aufgrund der Lebensmittel, die wir im Supermarkt kaufen.


Dennoch glaube ich, ist nun die Zeit gekommen, in der ich das Ganze noch etwas lockerer sehen sollte. Oskar ist nun langsam in einem Alter, wo er anfängt Dinge zu vergleichen. Er möchte eben auch das essen, was das andere Kind auf dem Teller hat oder es zumindest probieren. Und er wird auch auf Kindergeburtstage eingeladen, wo ich mich dem "beugen" muss, was es dort an Kuchenangebot gibt. Ich muss gestehen, dass ich bei guten Freundinnen schon frage, ob ich nicht auch einen Kuchen mitbringen soll. So nehme ich der Gastgeberin nicht nur etwas Arbeit ab, sondern kann gleichzeitig, ganz ohne dass es jemand mitbekommt, einen zuckerarmen Kuchen einschleusen...


So kann ich entscheiden, welche Zutaten hinein kommen und womit gesüßt wird. ABER das geht ja nun mal nicht immer. Ich möchte ja auch niemanden meine Einstellung aufdrängen und finde es beispielsweise bei Mamas, die ich nicht so gut kenne, auch etwas unhöflich bzw. unangebracht, immer meinen eigenen zuckerarmen Kuchen mit zubringen.... Dennoch hinterfrage ich manchmal, warum eigentlich? Warum hat man das Gefühl, dass man sich in unserer Gesellschaft teilweise dafür verstecken muss, zuckerarm oder auch zuckerfrei zu leben.


Naja, da saßen wir nun also, auf einem zweiten Geburtstag und Oskar bekam seinen ersten Schokomuffin zu essen. Und auch obwohl ich komischerweise echt etwas daran zu Knabbern hatte, wurde mir auch schnell bewusst, dass es völlig ok so ist. Ich möchte und werde ihm niemals Verbote auferlegen. Ich möchte vielmehr, dass wir im Alltag bewusst darauf achten, Zucker zu ersetzen und vor allem möchte ich, dass Oskar irgendwann einmal wirklich versteht, dass es einfach ungesund ist. Und dass es eben super tolle, süße Alternativen gibt. Dennoch wachse ich gerade da hinein, dass ich es akzeptiere, dass er an besonderen Ereignissen auch etwas Besonderes essen darf. Also mein Fazit zu diesem ersten Mal ist, dass es sicher nicht bei diesem einen Mal bleiben wird und dass es ihm sicher auch immer besser gefallen wird :-) 


ABER ich lasse mich trotzdem nicht von meinem Weg abbringen, im Alltag zuckerarm zu leben und bin mir immer noch sicher, dass das auch für ein Kind funktionieren kann. 


P.S. Am heutigen Geburtstag meiner Schwester darf ich einen super leckeren Apfelkuchen mitbringen :-)


Also, halte durch und finde deinen ganz eigenen zuckerarmen Weg.


Bleib gesund und munter,

deine Loreen

© 2019 Fräulein Immersatt

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