Dein Kind darf keinen Zucker – ernsthaft?

Ich schreibe heute über ein Thema, was mich oft sehr nervt und mich in einen Verteidigungsmodus drückt, in dem ich eigentlich nicht sein möchte. Vielleicht kennst du diese Situationen auch. Ich kann mittlerweile sehr gut darüber hinweg sehen. Aber es gab viele Momente, in denen ich mich regelrecht angegriffen fühlte. Und das oft nur wegen einer Frage oder einem Blick.


„Wie, dein Kind darf keinen Zucker?“

Wenn jemand diesen Satz zu mir sagt, gilt mir ein unverständlicher Blick. Und Lene wird oft mitleidig angeschaut, als würde sie das unfassbar Tollste auf dieser Welt verpassen. Nur ist dem nicht so, denn wäre es das Tollste auf dieser Welt, würde Lene es von mir bekommen, zu 100%.



Wir waren erst letztens wieder mit Freunden im Restaurant und aßen gemütlich zu Abend. Es gab Fisch und Bratkartoffeln, Gemüse und Salat. Mal abgesehen davon, dass ich wieder einen enttäuschenden Blick in die Kinderkarte warf. Wir entschieden uns gegen die Pommes mit Ketchup und bestellen für die Kinder einfach etwas mehr von unserem Essen. Der Besitzer war sehr aufmerksam und kümmerte sich darum, dass wir schnell unser Essen bekommen. Nörgelige Kinder im Restaurant will ja auch kein Mensch haben. Und nach dem Essen war er dann auch so freundlich und wollte den Kindern einen Lolli geben. Meine Freundin und ich nickten dankend ab. Der Besitzer schaute etwas traurig rein. Er wollte den Kindern nur eine Freude machen. Aber warum denn nur mit sowas? Ich schwieg und blieb höflich. Wir bedankten uns und gingen.


Ich grübelte am Abend noch lange über diese Situation. Warum nur will alle Welt unseren Kindern ständig Süßigkeiten schenken? Irgendwie erinnert es mich immer an das Märchen Hänsel & Gretel. Die alte Hexe lockt die Kindern in ihr Pfefferkuchenhaus und womit – na klar, mit Süßigkeiten. Logisch, dass wir Zucker anziehend finden und gerade Kinder mögen süße Dinge. Einmal probiert, möchte man direkt mehr davon. Und es fällt schwer, rational zu sein. Aber zurück zum Restaurant: was spricht denn dagegen, Kindern frisches Obst zu schenken? Ist es zu einfach gedacht? Mal davon abgesehen, dass man Kindern nicht unbedingt etwas zu Essen anbieten muss, um ihre Aufmerksamkeit zu bekommen. Ich finde ein Blatt Papier und Malstifte z.B. super in Restaurant. Das Bild dürfen sie dann mit nach Hause nehmen und haben einen schöne Erinnerung an den Abend.


Das ich meinem Kind keinen Zucker gebe, hat schließlich Gründe. Kein Zucker ist aber auch nicht ganz richtig. Ich denke, dass ein absolutes Verbot zu einer Essstörung führen kann. Von daher handhaben wir es ganz einfach: Im Alltag gibt es keine Süßigkeiten und keine industriellen Zucker. Wir backen oder kaufen die in meinen Augen gesunden süßen Snacks. Und wenn wir mal eine Situation haben, die ganz besonders ist, wie ein Geburtstag oder eine große Feier, dann gibt es das in Maßen. Die süße Welt kann ich ihr nicht versperren, und das will ich auch nicht. Ich glaube, das ist dieser mitleidige Blick, den Leute aufsetzen, wenn sie meine Meinung hören. Nur weiß ich um all die gesundheitlichen Folgen, und möchte schließlich das Beste für mein Kind.

Und wo wir schon dabei sind: jede Mama will das Beste für ihr Kind. Ob nun zuckerfrei oder nicht. Genauso, wie ich von meinem Gegenüber Toleranz erwarte, zeige ich es ebenso. Möchtest du, dass dein Kind naschen darf, dann tue es. Möchtest du, dass dein Kind zuckerfrei aufwächst, dann tue es. Es ist manchmal sehr schade, wenn man mit seiner Meinung „aus der Norm fällt“, und so eine Art Außenseiter wird. Nur stehe dazu und sei gleichfalls offen für die Meinung anderer.


Ich hoffe sehr, dass einfach mehr Verständnis, ja mehr Akzeptanz aufkommt. Für diejenigen, die sich eben für den zuckerfreien Weg entscheiden.

Bleib gesund und munter,

deine Elisa

© 2019 Fräulein Immersatt

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