Geschmack ist erlernbar!

Mein aktuelles Leibgericht: Lachs mit Gemüse und Reis. War das schon immer so? Nein. In meiner Kindheit, so ungefähr mit 8 Jahren, habe ich z.B. total gerne Erbsen gegessen. Als der Topf zum Mittagessen auf dem Tisch stand, kam prompt meine Frage: "Möchte sonst noch jemand?" :-) Bei meinem Bruder war es genauso mit dem Topf voller Pilze. Meine Mama hatte also immer gut zu tun, uns unsere Wünsche zu erfüllen. Aber was war davor? Ich fragte meine Mama und sie erinnerte sich gut an meine Vorliebe für Möhren. Und in einem Nebensatz kam "Die aß ich in der Schwangerschaft schon so gerne."


Unser Geschmack ist also von Beginn der Schwangerschaft an geprägt durch das Essen der Mutter. Forscher haben herausgefunden, dass nicht nur der Geschmackssinn beeinflusst wird, sondern auch der Geruchssinn und die ganze Entwicklung des Gehirns. Isst man also während der Schwangerschaft viele Möhren, wird das Kind ebenso Möhren mögen. Es entwickelt sich von Anfang an eine Vorliebe für bestimmte Lebensmittel. Leider gewöhnen sich Kinder auch an negative Einflüsse. Rauchen oder Alkoholkonsum während der Schwangerschaft wirkt sich direkt auf die Ungeborenen aus, die meist nach der Geburt regelrechte Entzugserscheinungen haben, da mit der Geburt der regelmäßige Konsum via Nabelschnur plötzlich abbricht. Es gilt also, sich während der Schwangerschaft gesund und vielseitig zu ernähren und auf Alkohol- und Nikotinkonsum zu verzichten, um seinem Kind eine optimale Entwicklung zu ermöglichen.


Jetzt mag die ein oder andere Mutter denken "Mist, hätt ich mal mehr Artischocken in der Schwangerschaft gegessen" (oder was auch immer) :-) ich kann dich beruhigen. Auch nach der Geburt ist Geschmack noch erlernbar. Kinder entwicklen bis zum 8. Lebensjahr ihre Geschmacksknospen. Sie empfinden einige Lebensmittel erst dann süß, wenn wir als Erwachsene diese bereits als zu süß bezeichnen. Kinder reagieren weniger sensibel auf Süßes. Süßes ist quasi normal, denn sie kennen es aus dem Mutterleib. Fruchtwasser hat nämlich schon eine süße Note. Die Sensibilität nimmt mit dem Alter zu und die Geschmacksknospen weiten sich stetig aus. Forscher haben herausgefunden, dass wir Dinge ca. 8x essen müssen, bevor sie uns gefallen und schmecken.


Verzage also nicht, wenn dein Kind den Grünkohl wieder verschmäht. Hier gilt es wie so oft im Elternleben: Ruhe bewahren! :-) und immer wieder neu anbieten. Natürlich kann es auch sein, dass dein Kind diesen Geschmack einfach nie mögen wird, und das ist auch ok.


Geschmack ändert sich über die Jahre und über unser Essverhalten. Wir passen uns unserer Umgebung an, unserem Job, unseren Beziehungen und entdecken hier und da während unserer Urlaubsreisen neue Geschmäcker und Genüsse. Bist du selbst bereit, deinen Geschmack immer neu zu inspirieren, lebst du dies auch deinen Kindern vor.


Also: lass dir die Welt schmecken! :-)


Bleib gesund und munter,

deine Elisa

© 2019 Fräulein Immersatt

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