Gesundes Essen in der Kita - geht das?


Wochen zuvor hatte ich mich auf diesen Tag gefreut, den ersten Kindergartentag von meinem Oskar. Keine Spur von Nervosität oder Aufregung. Einfach nur die pure Vorfreude, auf das was da kommt...

Schließlich hatten Nils und ich uns im Vorfeld ausgiebig mit diesem Thema beschäftigt. Wir haben hin und her überlegt, nicht nur welche Einrichtung für EIN Kind die Beste wäre, sondern gerade auch, welcher Kindergarten eben die beste Wahl für unseren kleinen Oskar wäre. Und das Rennen hat doch tatsächlich ein Waldorf-Kindergarten gemacht. Warum das? Ich möchte an dieser Stelle nicht zu sehr in das Thema Waldorf-Pädagogik abschweifen, aber hier passte für uns einfach alles. Ich muss dazu sagen, Oskar ist ein sehr sensibler, empathischer und unheimlich kluger Junge. Ok, ok, das sagt wahrscheinlich jede Mutter von ihrem Kind, aber ja, was soll ich sagen, er ist es einfach. Er bekommt einfach so viele Gefühle bereits genau mit, fühlt sich in zu großen Kindergruppen nicht wohl und geht dort schnell unter. Der jetzige Kindergarten ist tatsächlich eine Einrichtung mit nur einer Gruppe. Es ist unheimlich familiär dort. Achtsamkeit und bewusstes Leben im Einklang mit der Natur spielen eine große Rolle. Es herrscht dort einfach eine solche Ruhe, welche ich so in keinem anderen Kindergarten erlebt habe. 


Im Vorfeld wurden natürlich einige besucht. Du merkst vielleicht, ich habe mich ein kleines bisschen in diesen Kindergarten verliebt. Neben dem richtigen Konzept, den Menschen dort und dem eigenen Bauchgefühl lag uns eine Sache natürlich ganz besonders am Herzen, nämlich was würde es dort zu Essen geben? Schließlich würde Oskar sehr viel Zeit dort verbringen. Puh und ich kann dir nur sagen, auch hier war ich echt von der ein oder anderen Einrichtung geschockt. In einem Haus war es wirklich ganz extrem. Da wäre ich am liebsten rückwärts wieder raus gegangen. Das Frühstück bestand aus einem Buffet. Die Erzieherinnen haben damit geworben, dass es für die Kinder dann ja so wie in einem Hotel sei. Sie könnten sich nehmen, was sie wollten. Das Problem daran war für mich aber, dass die Auswahl an Lebensmitteln, die dort angeboten wurden, in meinen Augen bedenklich war. Der Tisch war gefüllt mit Weißbrot, Säften, Fertigkakao und Schokocreme. Und ich dachte mir ernsthaft für einen Moment, das ist doch jetzt ein schlechter Scherz?! Tja und was gab es dort zum Mittagessen? Fertigessen von einem Lieferanten. Hierzu muss ich sagen, dass es dies ja in unheimlich vielen Einrichtungen gibt und sicherlich auch nicht alles davon schlecht sein muss. Auch wenn ich grundsätzlich nicht der Freund von Fertiggerichten bin. Meine Recherchen bzgl. der dort genannten Firma, welche das Essen liefern sollte, waren auch gar nicht mal so schlecht. ABER was soll ich sagen, ich hatte einfach kein gutes Bauchgefühl. Neben diesem Extrembeispiel gab es aber auch viele Häuser, die es in meinen Augen "akzeptabel" lösten. Dort bringen die Kinder selbst ihr Frühstück mit. So kann ich selber entscheiden, was in die Brotdose kommt und was nicht. Und zum Mittagessen kannst du selbst entscheiden, ob dein Kind das warme Fertiggericht bekommt, oder einfach eine extra Stulle und es dann Zuhause warm isst. Diese Alternative wäre für mich persönlich auch völlig ok gewesen und da hätte ich sehr gut mit Leben können. Dann aber betrat ich unseren Kindergarten, warf einen Blick auf den Essensplan für die ganze Woche und wünschte mir selbst wieder Kind zu sein, um dort mit essen zu können :-) Das Frühstück wird jeden Morgen von den größeren Kindern und den Erziehern gemeinsam selbst zubereitet. Es gibt zum Beispiel Hirsebrei mit Obstmark, Dinkelbrot oder auch leckere Brötchen. Und auch mittags würde ich gern am Essenstisch Platz nehmen. Heute gab es beispielsweise einen Rohkostsalat, Dinkelpizza und zum Nachtisch Joghurt mit Dattelmus. Also ich würde sagen, besser könnte ich es Zuhause selbst nicht machen. 


Vielleicht kannst auch du jetzt verstehen, warum ich unbedingt wollte, dass Oskar dort einen Platz bekommt. Und ich bin jeden Tag dankbar dafür, dass uns dieser Wunsch auch erfüllt wurde. DENN ich weiß jetzt noch mehr als zuvor, wie wichtig es ist, dass du dich gut fühlst mit deiner Entscheidung, wo dein Kind zum Teil eben auch aufwachsen wird. Jetzt, nach der ersten Woche Kindergarten für uns, weiß ich, dass es alles andere als einfach ist. 


Es ist nicht einfach für Oskar, Mama gehen zu sehen.

Es ist nicht einfach für mich, mich nicht noch einmal umzudrehen.

Es ist nicht einfach für UNS, aber Oskar weiß, Mama kommt IMMER wieder! 


Bleib gesund und munter,

deine Loreen

© 2019 Fräulein Immersatt

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