Zucker in der Schwangerschaft


Das uns eine zuckerfreie Ernährung wichtig ist, brauche ich, glaube ich, nicht nochmal erwähnen :-) aber was muss man konkret in der Schwangerschaft beachten? 


Zunächst einmal möchte ich einen großen Mythos aus deinem Kopf verbannen: du musst weder für zwei essen, noch in die Schwangerschaft da, um sich richtig gehen zu lassen. Versteh mich nicht falsch. Natürlich sollte man auf seinen Appetit und sein Verlangen hören. Das dazu auch mal Süßigkeiten gehören, ist gar keine Frage. Aber ich halte nichts davon, mit diesem Vorsatz in die nächsten 9 Monate zu starten, sich jetzt richtig viele Kuchen, Törtchen und sonst was zu "gönnen". 


Eine ausgewogene und vielseitige Ernährung ist nicht nur so wichtig für einen gesunden Körper, nein, in der Schwangerschaft ein wenig wichtiger, weil du mit all den Nährstoffen auch dein Kind versorgst. Es lernt jetzt schon die verschiedensten Geschmacksrichtungen und Gewohnheiten. Eben auch die Gewohnheit nach Zucker. Zudem haben Forscher herausgefunden, dass bei Frauen, die überaus viel Zucker in der Schwangerschaft zu sich nehmen, die Kinder später vermehrt an Allergien und Asthma leiden. Ebenso erhöht sich das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes.



Erstes Trimester

Die erste Zeit in der Schwangerschaft hatte ich die klassische Übelkeit, und zwar direkt nach dem Aufstehen. Schwindel und ein richtiges flaues Gefühl gingen erst weg, nachdem ich beherzt in etwas kohlenhydratartiges gebissen habe. Es half mir sehr, immer etwas Schwarzbrot zuhause zu haben und meist reichten 1-2 Bissen und etwas warten. Ich kann nur von Kaffee oder Obst auf leeren Magen abraten - zumindest war es bei mir kein Erfolg. Auf Süßes hatte ich so überhaupt keine Lust. Ich habe neben der Übelkeit einfach ganz normal weitergegessen. Es ist auch nicht notwendig, mehr zu essen. Und mit dem flauen Gefühl im Magen hatte ich sowieso wenig Appetit. Worauf ich allerdings immer achte, dass ich regelmäßig esse. Denn eine regelmäßige Nährstoffzufuhr ist wichtig.


Zweites Trimester

Nach den ganzen wichtigen Untersuchungen und dem Aufatmen, dass einfach alles bestens ist, begann auch schon das zweite Drittel. Viele Frauen sagen, es ist die schönste Zeit. Man fühlt sich schon so richtig schwanger, aber noch nicht überaus dick wie ein Wal :-) jetzt wird es aber Zeit, um etwas mehr Kalorien zu sich zu nehmen. Im Schnitt sind es 250-300 kcal pro Tag. Das entspricht einer Scheibe Brot mit Käse, mehr nicht. Fangt nicht an mit Kalorien zählen! Das stresst nur unnötig. Und kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt tun sehr gut. 


Wenn die Übelkeit ab der 14. Woche so langsam verschwindet, hat man auch wieder Lust auf mehr. Dazu kommen dann bei einigen auch die Heißhungerattacken auf Süßes. Bei mir geht es Gott sei Dank, aber auch ich greife im Moment öfter als gewohnt zur Schokolade. Warum? Weil ich manchmal Lust darauf habe. Was ich dir damit sagen möchte: natürlich ist es wichtig, sich weiter gesund und zuckerfrei zu ernähren, aber es ist auch vollkommen ok, mal etwas Süßes zu essen, ob nun schwanger oder nicht. Solange man danach wieder zu seinem normalen Alltag zurück findet.


Schwangerschaftsdiabetes:

Wird auch als Diabetes-Typ 4 bezeichnet und bedeutet nichts anderes als das ein erhöhter Blutzuckerspiegel in der Schwangerschaft vorliegt. Nach der Geburt hat die Frau meist wieder einen normalen Blutzuckerwert. Hervortreten kann es durch einen erhöhten Zuckerkonsum, aber auch durch einen erhöhten Hormonspiegel von Östrogen und anderen, die sozusagen als Gegenspieler zum Insulin fungieren. Das führt dann zu einer Insulinresistenz. Meist wird der Test um die 24.-28. Schwangerschaftswoche gemacht. Falls du Schwangerschaftsdiabetes hast, kannst du mit einer Ernährungsumstellung und mehr Bewegung deinen Blutzucker wieder etwas regulieren.


Drittes Trimester

Und ab hier wird es mit dem Zucker sehr spannend, denn Forscher haben herausgefunden, dass gerade in den letzten Wochen ein erhöhter Zuckerkonsum den natürlichen Geburtsprozess regelrecht behindert. Du fragst dich, warum einige Babys sich so viel Zeit lassen? Es ist ganz einfach: ungefähr 5 Wochen vor Geburt beginnt der Körper, sich auf die Geburt vorzubereiten. Ganz wichtig ist die Produktion des Hormons Prostaglandin, welches die Wehen fördert und den Muttermund verkürzt. Hat die Schwanger einen erhöhten Blutzuckerspiegel (ausgelöst durch Weizenmehl und Zucker), hemmt dies die Produktion dieses Hormones. Ganz klar: Zucker hemmt die Geburt bzw. lässt sie deutlich länger dauern? Hättest du das geahnt? Also weg mit dem Eis und dem stundenlangen Rumliegen. Raus mit dir an die frische Luft. Bewege dich so viel es geht und vor allem ernähre dich gesund.


Fazit

Zucker in der Schwangerschaft verursacht nicht nur unnötige Kalorien, die du nach der Geburt wieder los werden willst, nein er schädigt auch dir und deinem Baby. Die ein oder andere Süßigkeit sind überhaupt kein Vergehen. Schaue einfach, dass du dich im Alltag weiterhin gesund und vielseitig ernährst.


Alles Liebe,

deine Elisa

© 2019 Fräulein Immersatt

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