Zuckerfrei – wir sind die wichtigsten Vorbilder!


Ganz klar, ich will nicht über mein Kind regieren. Ich will auch keine bestimmte Richtung vorgeben. Kinder sollen sich frei entwickeln können und sich ihr eigenes Bild von der Welt schaffen. Und dennoch möchte ich, dass mein Kind gesund aufwächst. Bei uns zuhause gibt es keinen Zucker. Warum? Weil wir es unnötig finden. Die Welt der Süßigkeiten können wir aber auch nicht verschließen oder versperren.

Die Frage stellt sich nicht nur bei uns: wie gehen wir damit um? Und welche Funktion haben wir als Eltern?


Ist es wichtig, selbst ein gutes Essverhalten vorzuleben?

Absolut. Denn unsere Kinder lernen durch Nachahmung. Ob wir ihnen nun beibringen wollen, wie man jemanden tröstet oder höflich ist, so sind wir bei allen anderen Dingen auch ein Vorbild. Stets und immer. Wir sind unter ständiger Beobachtung. Ein gutes Essverhalten gehört in jedem Fall dazu. Das beginnt schon bei den Ritualen am Tisch. Bei uns beginnen wir immer mit dem klassischen „Piep-Piep-Piep“ unsere Mahlzeiten. Alle müssen warten, bis sich jeder hingesetzt hat und der Tisch gedeckt ist. Vorher wird auch kein Bissen genommen. Etwas zu streng? Ich denke nicht. Es hilft in Punkto Höflichkeit und Geduld. Das gemeinsame Essen wird so zum Highlight und auch wertgeschätzt.



Und was kommt so auf den Tisch?

In unserem zuckerfreien Zuhause wird frisch gekocht. Da ist dann alles mit dabei: von selbstgemachten Pommes und Pizza bis hin zu Lachs und Kartoffelpüree. Den Kindern soll es an nichts fehlen, nur an Zucker. Auch einem gesunden Nachtisch steht nichts im Wege. Bei uns gibt es oft Joghurt mit Fruchtmark. Kleiner Tipp von mir: den Nachtisch außer Sichtweite stellen, denn diesen soll es erst nach der Mahlzeit geben. Wurde er von den gierigen Kinderaugen schon vorher entdeckt, werden meist die Teller voll zur Seite geschoben und lautstark nach der Nachspeise gerufen.

In Sachen Vielseitigkeit sind wir als Eltern wieder stark gefordert. Nicht jedes Kind mag Brokkoli oder Rosenkohl, aber mit viel Geduld und einem „Voressen“ zeigen wir unseren Kindern, dass auch diese Gemüsesorten schmecken.


Wie sieht es mit Tischregeln aus?

Das klassische „Du musst deinen Teller aufessen.“ machen wir nicht. Das Kind soll schließlich lernen, wann sein Bauch voll ist und es satt ist. Achte auf jeden Fall auf deine Körperhaltung. Die Suppenschale sollte vielleicht auf dem Tisch stehen bleiben, auch wenn das Kippen das Löffeln erleichtert. Kinder ahmen alles nach. ALLES. Das Messer ablecken sollte man sich schnell abgewöhnen, sofern dies noch eine deiner Angewohnheiten ist.


Wie viele Süßigkeiten sind ok?

Grundsätzlich eines noch vorab: Kinder brauchen keine Süßigkeiten. Sie brauchen sie wirklich nicht. Aber Neid und Missgunst sollen sie auch nicht erleben, oder das Gefühl bekommen, etwas nicht zu bekommen und sich ausgeschlossen fühlen. Daher sind gerade auf Kindergeburtstagen für uns die Mengen entscheidend. Ein wenig scheint dann „ok“. Und das Kind hat nicht das Gefühl, nicht dazu zu gehören.



Wie bringe ich meinem Kind ein gesundes Maß mit Süßigkeiten bei?

Indem wir selbst uns nicht maßlos den Bauch vollschlagen, erreichen wir schon viel. Verbote schüren große Erwartungen an etwas. Wenn wir ständig sagen, dass unser Kind Süßigkeiten absolut nicht essen darf, wird es später dieses Verbot umso mehr ausreizen wollen. Diese Kinder stürzen sich regelrecht wie ausgehungert auf den süßen Teller. Dies endet also in unkontrollierbaren Fressattacken. Toll ist es natürlich, wenn das Kind andere leckere Alternativen von zuhause kennt, sodass dieser Reiz erst gar nicht so groß wird. Mit unseren vielen Rezepten schauen wir, dass wir jeweils eine gesunde Leckerei anbieten können.


Darf mein Kind zuhause mitbestimmen?

Na klar. Gerade das gesunde Essverhalten bedeutet auch, ein ganz natürliches Hunger- und Appetitgefühl zu entwickeln. Wann haben wir Lust auf was Süßes? Was braucht unser Körper gerade an Nährstoffen? All diese Fragen sollten gemeinsam in der Familie besprochen werden. Kinder dürfen genauso mitbestimmen, was auf den Tisch kommt. Sie sind auch liebend gerne kleine Helfer und meist sehr interessiert am Schnibbeln und Umrühren. So kann von Beginn an ein echtes Interesse an Essen gefördert werden.

Bei den älteren Kindern helfen oft der süße Teller und das Erlernen der Selbstbestimmung. Dein Kind darf sich pro Woche 7 kleine Teile aussuchen und muss selbst entscheiden, wann es diese während der Woche ist. Funktioniert nicht, sagst du? Dein Kind würde alles am ersten Tag auffuttern. Probiere es aus und lass dich überraschen, wie lernfähig Kinder sein können.


Hast du Fragen oder Anregungen für uns?

Wie sind deine persönlichen Erfahrungen?


Bleib gesund und munter,

deine Elisa & Loreen

© 2019 Fräulein Immersatt

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